Der indonesische Vizepräsident
Jusuf Kalla hat heute, am Mittwoch, d. 29.12.04, den Zivilen Notstand aufgehoben,
so die Meldung des Internet Nachrichtenservices Kompas Cyber Media (KCM).
Nach dem Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen der indonesischen Regierung
und der Bewegung Freies Aceh (GAM) im Mai 2003 stand die Krisenregion für
ein Jahr unter Kriegsrecht. Anschließend wurde der Zivile Notstand
verhängt – jedoch ohne ersichtliche Verbesserungen für die Bevölkerung.
Angesichts der Katastrophe riefen in den vergangenen Tagen sowohl die Exilführung
der GAM in Stockholm als auch der Kommandeur der indonesischen Streitkräfte,
General Endriartono Sutarto, zum vorübergehenden Waffenstillstand
auf. Die Kämpfe gingen zunächst jedoch weiter.
Neben der Aufhebung des Notstands wurde die Übernahme der Regierungsgeschäfte der Provinz durch die Zentralregierung verfügt. Vizepräsident Kalla erklärte gegenüber KCM, trotz Aufhebung des Notstands dürften nur Organisationen nach Aceh, die mit humanitärer Hilfe und Wiederaufbaumaßnahmen befasst seien. „Politische Angelegenheiten No, soziale Angelegenheiten OK“, wird Kalla zitiert.
Was dies konkret für
den Zugang von Hilfsorganisationen bedeutet, ist zur Stunde noch nicht
abzusehen. Hilfsmaßnahmen müssen mit dem Militär abgestimmt
sein, das nach wie vor die Kontrolle über die Einreise von Helfern
behält. Neben bürokratischen Verzögerungen steht zu befürchten,
dass dadurch die Bewegungsfreiheit der Hilfsmannschaften erheblich
eingeschränkt wird. Unklar ist auch, was die Aufhebung des Notstandes
für die Arbeit von Journalisten bedeutet. Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit
und damit auch die Spendenbereitschaft von besorgten Bürgerinnen und
Bürgern ist in starkem Maße abhängig von Bildern und Berichten
aus den Krisengebieten.
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