Presseerklaerung

In Memoriam Pater Ruedi Hofmann

03. Juni 2008

Pater Ruedi

Pater Ruedi Hofmann mit Gabriela Gansser von der Kunstschule Arte Moris in Dili

Foto: Monika Schlicher

Dieses verschmitze Lächeln, sein feiner Sinn für Humor, die Wärme, die er ausstrahlte, die Werte, für die er eintrat und die er lebte – all dies machten Begegnungen mit Pater Ruedi zu einer wahren Freude. Gerne erinnern wir uns an die bereichernden Gespräche auf der Veranda der Casa de Produção Audiovisual in Taibessi/Dili.

Trotz aller Krisen und Probleme in Osttimor ließ er sich nicht entmutigen und sein positiver Geist übertrug sich auf seine Kollegen und Kolleginnen, wie auf sein weiteres Umfeld. Den Menschen ihre Geschichte näher bringen, damit sie die Gegenwart verstehen und die Zukunft deuten können, dies war seine Passion. Er engagierte sich für verbindende Werte zwischen Kulturen wie auch zwischen Religionen.

Pater Ruedi ist überraschend am 28. Mai in seiner Heimat, der Schweiz, im Alter von 70 Jahren verstorben. Fast 50 Jahre war er Mitglied des Jesuitenordens. Bevor er 2000 nach Osttimor ging, wirkte er seit 1981 in Yogyakarta/Indonesien, wo er ein Institut für Aus- und Weiterbildung für Journalisten ins Leben rief. Er nutzte die Medienarbeit, um ein Verständnis für die eigene Kultur und Geschichte, aber auch für Toleranz und Frieden besonders unter der jungen Bevölkerung zu fördern.

In Dili produzieren 28 osttimoresische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einfachen Mitteln in der Casa de Produção Audiovisual wöchentliche Trickfilme zur Geschichte des Landes in Verbindung mit aktuellen Fragestellungen. Die bei Jung und Alt beliebten Sendungen geben Denkanstöße und regen Debatten an.

Mit Stolz führte Pater Ruedi uns auf seinen Friedenshügel, 17 km außerhalb Dilis, wo ein neues Produktionshaus und ein Bildungszentrum entsteht. Natürlich ganz in der traditionellen Bauart Osttimors, gebaut von Handwerkern aus dem Dorf. Auf diesem Hügel, so die Vision von Pater Ruedi und seinen colegas, soll der Geist der Unabhängigkeit basierend auf timoresischer Tradition in einer freien Atmosphäre gepflegt werden. Pater Ruedi hinterlässt eine große Lücke und er wird uns allen schmerzlich fehlen. Der Friedenshügel wird uns immer an ihn erinnern. Es wäre sicher in seinem Sinne, dass wir unsere osttimoresischen Freunde dabei unterstützen, diese Vision gemeinsam umzusetzen.

Henri Myrttinen, Henriette Sachse & Monika Schlicher, Watch Indonesia!

Artikel Pater Ruedi Hofmann: Ein Friedenshügel im kriegerischen Osttimor, In: SUARA, Nr. 1/2008, http://www.watchindonesia.org/II_1_08/II_1_08.htm

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