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Osttimor stellt sich seiner Vergangenheit

Juli 2005

Reihe missio Menschenrechte (ISSN1618-6222)

Monika Schlicher

Die Arbeit der Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission

I.Einleitung

Timtim_Vergangenheit„Manchmal bin ich so wütend, dass ich verrückt werden könnte. Was ich mir dann am meisten wünsche ist, dass alle Täter umgebracht würden. Doch dann, wenn ich wieder etwas ruhiger werde, denke ich, mein Mann ist tot und nichts kann ihn zurückbringen auch Rache nicht.“

Wie diese Witwe aus Bobonaro hatten fast alle Familien in Osttimor während der 24-jährigen indonesischen Besatzung Opfer zu beklagen. 200.000 bis 250.000 Menschen, ein Drittel der Bevölkerung, starben an den Folgen des Krieges: an Hunger und Seuchen und infolge der brutalen Verfolgung durch indonesische Soldaten. Pro-indonesische Milizen ermordeten 1999 etwa 1.500 Menschen. Doch all dieses seelische und körperliche Leid hat den Willen der Menschen von Osttimor zur Unabhängigkeit nicht zu brechen vermocht. Familien wurden auseinander gerissen, mussten den Verlust eines oder mehrerer geliebter Menschen beklagen und/oder waren gezwungen, an Gräueltaten teilzunehmen. Mädchen und Frauen wurden oftmals vor den Augen der Familie oder der Dorfgemeinschaft vergewaltigt. Viele kamen als gebrochene Menschen aus den Folterkammern zurück oder verschwanden für immer. Indonesien hatte in Osttimor ein Klima der Angst und des Terrors geschaffen. Dabei verfolgten die Sicherheitskräfte konsequent das Prinzip des „teile und herrsche“ und spalteten so die Gesellschaft. Sie zwangen Menschen mit Folter und Drohungen in ihre Dienste, gewannen andere, indem sie ihnen Geld und Einfluss versprachen. Manche stellten sich auch freiwillig in den Dienst der neuen Machthaber. Zu den dunkelsten Kapiteln der osttimoresischen Geschichte zählen die Menschenrechtsverletzungen während der Periode des Bürgerkrieges 1975. [...] Lesen Sie hier den vollständigen Bericht (PDF, 297 kB)

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