"In the Spotlight"

Ahok geht in Berufung

Watch Indonesia! – Kurz belichtet, 23. Februar 2018

von Alex Flor

Ahok

Ahok im Wahlkampf

Foto: Watch Indonesia!

In aller Kürze berichten die Vatican News unter Berufung auf die katholische Nachrichtenagentur ucanews über eine neuerliche Wendung im Falle des im Gefängnis sitzenden ehemaligen Gouverneurs von Jakarta:

Vatican News, 21. Februrar 2018

http://www.vaticannews.va/de/welt/news/2018-02/indonesien-ahok-urteil-muslime-christen-jakarta.html

Indonesien: Früherer Gouverneur geht gegen Urteil vor

Der frühere christliche Gouverneur von Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, hat um eine erneute Beurteilung seiner zweijährigen Haftstrafe durch das Oberste Gericht gebeten. Dies bestätigte der Sprecher des Gerichtes.

Der bekannte Politiker war im vergangenen Jahr zu zwei Jahren Haft wegen Blasphemie verurteilt worden. Er hatte zuvor in einer Rede gesagt, dass es keine Verpflichtung im Islam gebe, bei Wahlen ausschließlich andere Muslime zu wählen. Daraufhin hatten ultrakonservative Muslime seine Inhaftierung gefordert.

Purnama, auch bekannt als Ahok, war zunächst nicht in Revision gegangen und hatte gesagt, sein Schicksal liege in Gottes Hand. Nach indonesischem Recht kann ein Fall neu verhandelt werden, wenn neue Beweise oder ein fehlerhaftes erstes Verfahren vorliegen. Laut dem Gerichtssprecher hat Purmana Dokumente eingereicht, die den Richtern einen Widerspruch zwischen seinem und anderen Urteilen vorwerfen. Die Anwälte konnten für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.
Ultrakonservative Muslimgruppen forderten das Gericht dazu auf, den Fall nicht neu aufzurollen.

(ucanews – fh)

Erläuterung

Der Fall gegen Ahok kam seinerzeit durch die Veröffentlichung eines manipulierten Videos ins Rollen, welches scheinbar eine Beleidigung des Islams darstellte. Im darauf folgenden Prozess wurde der ehemalige Gouverneur der Hauptstadt Jakarta wegen Blasphemie zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

In einem anderen Verfahren wurde im November 2017 der für die Manipulation verantwortliche Buni Yani zu 1,5 Jahren Haft verurteilt, weil er durch die Manipulation und das Inverkehrbringen dieses Videos zu interreligiösen Spannungen beigetragen habe.
 
Warum ex-Gouverneur Ahok erst jetzt Berufung gegen das über ihn verhängte Urteil beantragte, kann an dieser Stelle nicht erörtert werden. Fest steht allerdings schon jetzt, dass er Indonesiens Justiz mit diesem Schritt vor ein Logikproblem stellt:
denn entweder waren die ihm zur Last gelegten Äußerungen blasphemisch oder aber das Video, dem diese Äußerungen zu entnehmen waren, war zum Zwecke dieses Vorwurfs manipuliert.

Einfacher formuliert: Wenn ein Mann wegen erwiesener Falschaussage verurteilt wurde, weil er jemanden mit böser Absicht des Hühnerdiebstahls bezichtigte, wie kann es dann sein, dass der vermeintliche Hühnerdieb dennoch wegen dieses Diebstahls hinter Gittern sitzen muss?

Und wen interessiert eigentlich noch das wahre Schicksal des armen Huhns? 

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