Fotoausstellung: Aceh 360°, Berlin, 5.-18. Dezember 2017

Aceh360_suggest_II_webAls der Tsunami die indonesische Provinz Aceh Ende 2004 stark verwüstete und ca. 170.000 Leben kostete, war die Region von internationaler Solidarität, Hilfe und Aufmerksamkeit wie nie zuvor überströmt. Unerwartet ebnete die Katastrophe den Weg zu Friedensverhandlungen, die 2005 den 30 jährigen bewaffneten Konflikt beendeten. Aceh 360 Grad ist ein Porträt Acehs mehr als ein Jahrzehnt nach Konflikt und Tsunami. Sie umfasst Aspekte des alltäglichen Lebens, die Politik, Umwelt, Wirtschaft, Menschenrechte und Demokratie. Sie stellt uns die Frage: was bedeutet nachhaltiger Frieden?

Der Fotograf

Der Fotograf, Chaideer Mahyuddin, gehörte damals zur Unabhängigkeitsbewegung Acehs GAM (Gerakan Aceh Merdeka). Kurz vor dem Tsunami verließ er diese Bewegung und widmete sich nach dessen verheerenden Auswirkungen ganz der Fotografie. Seitdem arbeitet er professionell als Fotograf für vielseitige internationale Presseagenturen, unter anderem für die französische Presseagentur AFP. Für seine herausragenden Fotografien wurde Chaideer Mahyuddin sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene ausgezeichnet. 2012 gewann er den Wettbewerb zum Thema ‚Indonesien ohne Diskriminierung‘ für seine Fotoreportage mit dem Titel “Punk Not Dead” über die Verfolgung an Punks in Banda Aceh den ersten Platz. Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören unter anderem: “Merit Winner of Asian Environmental Journalism Award” (2016), “Winner of Photograph of the Year – Asian Environmental Journalism Award” (2015).


Vernissage mit Podiumsdiskussion

 „Bleiben oder fort: der Kampf um Rechte von Punks, Frauen und Minderheiten in Aceh“

Berlin, 5. Dezember 2017, 18 Uhr
Brot für die Welt, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin, Raum: Amalie Sieveking 0.K.01

Als der Tsunami die Region Ende 2004 stark verwüstete und ca. 170.000 Menschen das Leben kostete, erhielt die Provinz Aceh, Indonesien, internationale Aufmerksamkeit wie nie zuvor. Die Katastrophe bewegte zahlreiche internationale Organisationen dazu, Hilfe in einer Region zu leisten, die ihnen bis dato weithin unbekannt war. Vor dem Tsunami herrschte in Aceh ein seit drei Jahrzehnten anhaltender blutiger Sezessionskonflikt. Als die Wiederaufbaumaßnahmen begannen, wurden auch die zuvor immer wieder gescheiterten Friedensgespräche neu gestartet. Im Jahr 2005 unterschrieben die indonesische Regierung und die Unabhängigkeitsbewegung Acehs, GAM (Gerakan Aceh Merdeka) ein Friedensabkommen. Jedoch stellen sich der Region auch andere Herausforderungen, insbesondere bzgl. der Achtung von Demokratie und Freiheit. Die Einführung der islamischen Rechtsordnung, der Scharia, benachteiligt zumeist Frauen und religiöse Minderheiten. Punkgruppen und sexuelle Minderheiten müssen sich vor der Öffentlichkeit verstecken. Es herrscht eine zunehmende Einschränkung der zivilen Freiheiten. Was bedeutet diese Entwicklung für den erreichten Frieden in Aceh? Inwiefern kann unsere Solidarität, wie zuvor bei der Tsunamihilfe, zur Verbesserung der Lage beitragen?

Es berichten:

Kristina Großmann, Universität Passau
Chaideer Mahyuddin, Fotograf (Aceh, Indonesien)
Alex Flor, Watch Indonesia!
Moderation: Felix Heiduk, Stiftung Wissenschaft und Politik

Anschließend Führung durch die Ausstellung mit Chaideer Mahyuddin

Programm in PDF (49 kB)

 

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