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Keine Regenwaldzerstörung für Palmölplantagen

Berlin, 31. März 2016

Offener Brief an Colgate‐Palmolive, Danone, Ferrero, General Mills, IKEA, Johnson & Johnson, Kellogg Company, Mars,   Mondelēz International, Nestlé, Orkla, PepsiCo, Procter & Gamble, Unilever

An die UnternehmenLogo-aktionsbuendnis-Palmoel
Colgate‐Palmolive, Danone, Ferrero, General Mills, IKEA,
Johnson & Johnson, Kellogg Company, Mars, Mondelēz International, Nestlé, Orkla, PepsiCo, Procter & Gamble, Unilever

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Dezember vergangenen Jahres befragte die Umweltorganisation  14 global agierende Unternehmen – darunter Ihres – hinsichtlich ihrer Selbstverpflichtung zu einer „no‐deforestation“‐Politik bezogen auf die Nutzung von Palmöl.

In der am 3. März 2016 veröffentlichten Studie Cutting deforestation out of the palm oil supply chain1 wurden drei Kriterien bewertet, die zum Waldschutz beitragen sollen. Hierzu zählen die Verwendung von Rohstoffen aus verantwortlichen Quellen, Transparenz hinsichtlich der Lieferkette sowie die Bereitschaft zu industriellen Reformen. Das Ergebnis der Studie ist erschreckend.

Alle Unternehmen sind RSPO‐Mitglieder. Nur vier der 14 Unternehmen war es überhaupt möglich, die Herkunft des von ihnen verwendeten Palmöls bis zur Ölmühle zurückzuverfolgen, lediglich eines dieser Unternehmen konnte dies vollständig bis zur Plantage. Ähnlich schlecht fielen die Ergebnisse hinsichtlich der Transparenz der Unternehmen aus. Keines der Unternehmen konnte oder wollte eine vollständige Liste der Zulieferer und zuarbeitenden Betriebe aushändigen. Lediglich vier Unternehmen gaben Auskunft über drei bzw. vier ihrer Zulieferer. Insgesamt konnte anhand der ausgewählten Kriterien nur zwei Unternehmen ein Ende der Abholzung bescheinigt werden, drei Unternehmen fielen komplett durch2.

Diese Studie belegt, wie wenig wirksam die meisten Versprechen hinsichtlich eines nachhaltigen Umgangs mit Palmöl sind. Immer wieder werden illegale Rodungen in Indonesien registriert. Laut Global Forest Watch wurden 54% der schweren Brände im vergangenen Jahr, bei denen 22 Menschen starben, über 500.000 Menschen von Atemwegserkrankungen betroffen waren und eine Regenwaldfläche von der Größe Sachsens verbrannte, auf Konzessionsgebieten für Palmölplantagen nachgewiesen3. Gegen 24 Firmen wird ermittelt4.

Wie können Unternehmen, die nicht im Stande sind nachzuweisen, woher das von ihnen verarbeitete Palmöl stammt, behaupten, dass für ihre Produkte kein Regenwald abgeholzt wurde bzw. wird? Wir fordern Sie deshalb auf:

  • Verzichten Sie auf Palmöl, das auf Book and Claim oder Massenbilanz beruht und dessen genaue Herkunft Sie nicht kennen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Zulieferer, denen Regenwaldzerstörung nachgewiesen wurde, aus der Lieferkette ausgeschlossen und hart sanktioniert werden.  
  • Fordern Sie unabhängige Kontrollen auf Plantagen und Ölmühlen ein, um Missstände rechtzeitig zu erkennen und zur Anzeige zu bringen.  
  • Unterstützen Sie den Anbau von Palmöl nach der good practise‐Methode.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sekundärwälder in ihrer ökologischen Funktion gestärkt und Torfböden als wichtige Kohlenstoffspeicher ausreichend geschützt werden.  
  • Überprüfen Sie, für welche Ihrer Produkte die Verwendung von Palmöl oder ähnlich problematischen Pflanzenfetten tatsächlich unabdingbar notwendig ist. Wo kann darauf verzichtet werden, für welche Anwendungen stehen weniger bedenkliche Ersatzstoffe zur Verfügung?
  • Und tun Sie all dies jetzt, nicht erst bis 2020. Denn in Anbetracht der gegenwärtigen Abholzungsrate ist es dann zu spät. 

Keine Regenwaldzerstörung für Palmöl – in Indonesien und weltweit!

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen

 

1https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20160303_greenpeace_indonesien_pal mscorecard.pdf
2Ebd., S. 4
3http://www.zeit.de/2015/52/indonesien‐borneo‐umwelt‐urwald‐waldbrand 
4http://www.focus.de/wissen/weltraum/odenwalds_universum/grosskonzerne‐profitieren‐duerre‐soll‐die‐ brandstiftung‐der‐konzerne‐verschleiern_id_5288932.html

Lesen Sie den Brief hier im PDF Format 

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