Übergabe unserer Petition „Genitalverstümmelung in Indonesien – Schutz statt Verharmlosung“

Terre des Femmes, 11. Dezember 2014

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/weibliche-genitalverstuemmelung2/unser-engagement/aktivitaeten/6-februar/unterschriftenaktion-fgm 
 
Logo_Terre_de_FemmesVom 6. Februar bis 10. Dezember 2014 lief die Unterschriftenaktion „Weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien – Schutz statt Verharmlosung“ von Terre des Femmes, Watch Indonesia! und Kalyanamitra. Zwischen dem weltweiten Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ und dem internationalen Tag der Menschenrechte haben über 13.000 Menschen aus 73 Ländern unsere Petition unterzeichnet.

Darunter sind über 200 FrauenrechtlerInnen, Nichtregierungsorganisationen und Intellektuelle aus Indonesien sowie etliche indonesische Privatpersonen. Diese Unterschriften wurden parallel an die indonesische Botschaft in Berlin und an das Gesundheitsministerium in Jakarta, Indonesien, überreicht.

Übergabe von mehr als 13.000 Unterschriften für eine Ende von Genitalverstümmelung in Indonesien. Foto: (c) Terre des Femmes

Übergabe von mehr als 13.000 Unterschriften für eine Ende von Genitalverstümmelung in Indonesien.

Foto: (c) Terre des Femmes

Eine Mitarbeiterin von Kalyanamitra hat ein Anschreiben (auch im Namen von Terre des Femmes) überreicht, das die Erfolge unserer Unterschriftenaktion, die Verpflichtungen der indonesichen Regierung gegenüber der internationalen Staatengemeinsschaft und die Misstände, die weiterhin Mädchen gefährden, ausführlich beschrieben sind. Das Gesundheitsministerim nahm bei diesem Termin das Schreiben entgegen, wird von der Botschaft in Berlin die Unterschriften erhalten und sich Anfang 2015 mit Kalyanamitra zu einem ausführlichen Gespräch treffen.

Erste Erfolge schon während des Aktionszeitraums

Das indonesische Gesundheitsministerium ist einem Teil unserer Forderungen nachgekommen, die Jakarta Post hat mehrfach berichtet, die Vereinten Nationen haben das Thema auf unsere Initiative hin bei der Befragung zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Indonesien ausführlich behandelt und der Menschenrechtsrat und UNICEF setzen sich nun ebenfalls dafür ein, dass weibliche Genitalverstümmelung in Indonesien bekämpft wird.

In Deutschland wurde zunehmend in den Medien über weibliche Genitalverstümmelung in asiatischen Ländern berichtet und dieses Problem nicht mehr ausschließlich im Subsahararaum verortet. Wir konnten die Weltgesundheitsorganisation, verschiedene Ministerien, politische EntscheidungsträgerInnen und Bundeskanzlerin Angela Merkel über das Ausmaß weiblicher Genitalverstümmelung in Indonesien und unsere Forderungen informieren. Zudem haben wir intensive Öffentlichkeitsarbeit unter Fachkräften geleistet, damit künftig auch in Deutschland alle gefährdeten Mädchen geschützt werden können.

Für die Unterstützung durch zahlreiche engagierte Personen und Institutionen möchten wir uns ausdrücklich bedanken! Sie haben unser Anliegen in ihre Netzwerke getragen, persönlich und direkt über das Thema informiert und den Großteil der eingegangenen Unterschriften gesammelt.

Unterschriftenübergabe in Deutschland: Wir fordern Unversehrtheit!

Nach der Übergabe der Unterschriften haben wir mit der Leiterin der politischen Abteilung der indonesischen Botschaft, Lefianna H. Ferdinandus, und weiteren Botschaftsangestellten ausführlich diskutiert, da der Botschafter terminlich verhindert war. Der Bedarf einer Aufklärungskampagne in Indonesien wurde zwar bestätigt, auch plant die Regierung eine landesweite Studie, doch ein Gesetz gegen weibliche Genitalverstümmelung halten sie nicht für notwendig. Die Überzeugung, dass jede Form von weiblicher Genitalverstümmelung eine Menschenrechtsverletzung darstellt wurde nicht geteilt.

Unser Engagement gegen FGM in Indonesien und Asien geht weiter

Weibliche Genitalverstümmelung muss weiterhin öffentlich diskutiert werden. Darum unterstützen wir besonders die MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich dafür vor Ort einsetzen. Derzeit planen wir eine Vernetzungsreise von verschiedenen Aktivistinnen nach Deutschland, um Austausch und Wissen der Arbeit gegen die Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen noch stärker zu fördern.

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