„Die Freiheit, für die wir kämpfen…“

Portal für Politikwissenschaft, 28. Juni 2012

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   Henri Myrttinen / Monika Schlicher / Maria Tschanz (Hrsg.)

Osttimor in der Unabhängigkeit. Ein politisches Lesebuch

Hrsg. für Watch Indonesia!
Berlin: regiospectra Verlag 2011; 190 S.; 18,90 €; ISBN 978-3-940132-26-0

PortalW-logoDas Besondere an diesem Buch besteht erstens darin, Licht auf ein weithin vernachlässigtes Land zu werfen und dieses zweitens nicht aus einer Außenperspektive, sondern aus der Binnensicht der Betroffenen zu betrachten. Nach einem Unabhängigkeitsreferendum 1999, das die Besatzung Indonesiens beendete, kam es zu großen Gewaltausbrüchen und Vertreibungen, weshalb es einer UN-Übergangsverwaltung bedurfte. Seit 2002 hat der Staat nach einer demokratischen Wahl eine eigenständige Regierung. Mit diesem Schritt ging nach Ansicht der Herausgeber, die alle bei der Lobbygruppe „Watch Indonesia!“ involviert sind, das Interesse an dem Land und seinen Problemen, die trotz des Demokratisierungsprozesses fortbestehen, verloren. Das Buch soll deshalb diese Herausforderungen auch einem deutschen Publikum bekannt machen. Dazu werden u. a. betroffene Bürger Osttimors interviewt, die in eindrücklicher Weise ihre Geschichten erzählen. Damit steht weniger das Analysieren oder Interpretieren, sondern das Beschreiben der Situation in Osttimor im Vordergrund. Die behandelten Themen in den Aufsätzen des als „politisches Lesebuch“ (11) bezeichneten Sammelwerkes umfassen z. B. die politische und wirtschaftliche Entwicklung Osttimors, Fragen zu Landwirtschaft und Nahrungsmittelsicherheit sowie zu Frauenrechten und zur Aufarbeitung der gewalttätigen Vergangenheit. Die Lebensgeschichten werden von Aufsätzen ergänzt. So schildert beispielsweise João Boavida in seinem Artikel den Demokratisierungsprozess. Dieser sei bis heute bei allem Fortschritt nicht ohne Probleme und Rückschläge geblieben, wozu z. B. ebenso wirtschaftliche und soziale Ungleichheit gehöre wie eine defizitäre Rechtsstaatlichkeit, die auch auf anhaltende, im Konflikt mit dem westlichen Modell des Rechtsstaates stehende Rechtstraditionen zurückzuführen sei. Mit dem Lesebuch gelingt es insgesamt, viele Facetten Osttimors auf eine Weise darzustellen, die es näher bringt und zugleich Interesse weckt, sich weiter mit Osttimor und der Region allgemein zu beschäftigen. Lobend zu erwähnen ist daher auch, dass die Herausgeber auf weitergehende Literatur hinweisen.

zu beziehen bei Watch Indonesia!

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