Information und Analyse

Holz-Monokulturen im Großmaßstab bedrohen das Leben

WALHI, 22. September 2008

WALHIJakarta. Großflächige Monokulturplantagen sind eine Bedrohung für das Überleben der Bevölkerung, da sie zu mehr ökologischen Katastrophen führen und die Lebensressourcen der Bevölkerung vernichten. Der Wald, auf dessen ökologische Funktionen sich die Menschen bisher verlassen konnten, verschwindet immer mehr. „Großräumige Holz-Monokulturen führen längst dazu, dass die Biodiversität sinkt, es immer mehr ökologische Katastrophen gibt, und dass Ernährungssicherheit und lokale Kulturen zerstört werden“, sagt Teguh Surya, Kampagnen- und Advocay-Leiter von WALHI.

Bisher hat die Regierung 248 Genehmigungen über 10.226.374 Hektar für Industrieplantagen (Papier- und Zellstoffindustrie) vergeben. Tatsächlich bepflanzt (mit Akazie und Eukalyptus) sind aber nur 2.882.575 Hektar. Der Großteil dieser Genehmigungen gilt für Gebiete mit einem Potential von mehr als 20 Kubikmeter Tropenholz per Hektar. Holz-Monokulturen sind keine Antwort auf die Entwaldung, denn jährlich werden nur 7.100 Hektar angepflanzt, dagegen pro Jahr 2,72 Millionen Hektar Wald vernichtet.

Wald ist aber nicht bloß Holz. Die Holzproduktion der Wälder beträgt nur 5% seiner Funktionen. Die ökologischen und sozio-kulturellen Funktionen sind für die heute auf dieser Erde lebenden Menschen überlebensnotwendig. Der Wald ist Lebensraum, Schule, riesige Apotheke; er liefert sauberes Wasser und saubere Luft, hat weiteren vielfältigen ökologischen und sozio-kulturellen Nutzen und muss daher erhalten bleiben. Das Vorhaben der (indonesischen) Regierung, die Anlage von Waldplantagen zu beschleunigen, ist ein Schritt, der die Waldnutzung in Indonesien in den Abgrund stürzen kann. Das Forstwesen, allein auf die Produktion von Holz ausgerichtet, rückt die Idee von allgemeiner Wohlfahrt in weite Ferne. „Es ist an der Zeit, dass der Staat lokale und traditionelle Waldnutzungen anerkennt, von denen die Menschen bewiesenermaßen leben können“, sagt Teguh Surya. „Die Regierung soll lokale und traditionell lebende (Adat) Gemeinschaften fördern und nicht nur kapitalkräftigen Gruppen zu Diensten sein, die das kulturelle Leben der Indonesier bloß zerstören.“ WALHI fordert von der Regierung sofort gesetzliche Regelungen, die den Schutz wichtiger Ökosysteme garantieren und traditionelle (Wald-)Nutzung anerkennen. Die Regierung soll sofort damit beginnen, gefährdete Ökosysteme wiederherzustellen.

Weitere Informationen bei:

1.Teguh Surya – Advocacy- und Vernetzungsleitung WALHI – +62 813 71894452 – teguhriau@walhi.or.id

2.Ade Fadli – Waldcampaigner WALHI – +62 815 2055331 – adefadli@walhi.or.id

 

übersetzt von Marianne Klute, Watch Indonesia!

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