Aufruf zum Aktionstag für Osttimor

epd, 11. November 1997

– Gottesdienste und Gebete -

epd Heidelberg (epd). Für den Jahrestag der indonesischen Invasion in Osttimor am 7. Dezember haben Menschenrechtsinitiativen und kirchliche Gruppen zu einem Aktionstag aufgerufen. Unter dem Motto „Erhebt die Stimme für Osttimor“ regen die Gruppen an, Osttimor an diesem Tag in die Gottesdienste aufzunehmen, ökumenische Gebete zu sprechen und dem katholischen Bischof Carlos Ximenes Belo Postkarten zu schreiben. Seit der Vergabe des Friedensnobelpreises an den Bischof und den Menschenrechtsaktivisten José Ramos-Horta 1996 habe sich die Unterdrückung der Menschen in Osttimor noch verstärkt, sagte die Sprecherin der Aktion, Monika Schlicher, dem epd am Dienstag in Heidelberg.

Die Armee setze alles daran, den Widerstand zu brechen. Die Bundesregierung forderte Schlicher auf, die Waffenlieferungen an Indonesien einzustellen und sich für eine friedliche Lösung des Konflikts in Osttimor einzusetzen. Die Bundesregierung habe zwischen 1986 und 1996 insgesamt 680 Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter nach Indonesien erteilt. „Ein Nobelpreis macht noch keinen Frieden“, heisst es in dem Aufruf der Initiativgruppen weiter. „Jeder, der in Osttimor für die Achtung der Menschenrechte eintritt, riskiert sein Leben.“

Die ehemalige portugiesische Kolonie Osttimor wurde 1975 von Indonesien besetzt. Die Vereinten Nationen erkannten die nachfolgende Angliederung an Indonesien nicht an. Mehr als 200.000 Osttimoresen wurden umgebracht. Zum Aktionstag für Osttimor haben unter anderem das katholische Missionswerk Missio, die Kampagne gegen Rüstungsexport und die Initiative Watch Indonesia aufgerufen. (7588/11.11.97)

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